Wenn Autos fliegen

LuftfrachtWenn Autos fliegen

Zhipeng Liu
Zhipeng LiuExport Manager

Unsere Luftfrachtspezialisten in Frankfurt und München realisieren Luftfrachtlösungen für Fahrzeuge – oft unter hohen Geheimhaltungsauflagen

Lufttransporte für Fahrzeuge – für unsere Spezialisten in Frankfurt und München gehört das zum täglichen Geschäft. Die Gründe dafür, ein Fahrzeug per Flugzeug zu transportieren, können ganz unterschiedlich sein. Ist Zeit ein kritischer Faktor, ist ein Versand per Luftfracht die schnellste Transportlösung. Auch wenn es darum geht, besondere Fahrzeuge interkontinental zu transportieren, ist die Luftfracht oft die Transportvariante der Wahl – vor allem für die Automobilindustrie. Automobile, die auf internationalen Ausstellungen präsentiert werden, Concept Cars und Prototypen beispielsweise, stehen regelmäßig auf den Verladungslisten unserer Luftfracht-Experten.

Termintreue ist Priorität

„Eine hohe Termintreue ist oberste Priorität – vor allem, wenn ein Fahrzeug zu Ausstellungszwecken wie beispielsweise auf Messen unterwegs ist“, weiß Zhipeng Liu, Teamleiter Export in unserer Frankfurter Niederlassung.

Da ist die Luftfracht die flexibelste und schnellste Transportvariante nach Übersee, denn selbst wenn ein Flieger unvorhersehbar ausfallen sollte – die nächste Abflugmöglichkeit lässt bei den hohen Frequenzen auf den interkontinentalen Hauptstrecken in der Regel nicht lange auf sich warten. „In der Luftfracht geht es häufig um Stunden, nicht um Tage“, sagt Zhipeng Liu.

„Wir verfrachten vor allem Fahrzeuge, die direkt vom Hersteller kommen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Fahrzeugen um Concept Cars und Prototypen“, so Zhipeng Liu. „Sie werden in der Regel zu Vorstellungs- oder zu Testzwecken per Luftfracht transportiert.“

 

In der Luftfracht zählt jede Stunde.

Luftfrachtblech, Holzkiste oder spezieller Container – Verpackung ist auch abhängig von der Geheimhaltungsstufe

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, Fahrzeuge per Luftfracht zu verschicken: unverpackt auf einem Luftfrachtblech, verpackt in einer Holzkiste oder in einem speziellen Container. „Oft werden die Wagen ohne gesonderte Umverpackung oder mit einer Plane abgedeckt auf Luftfrachtbelchen gesichert transportiert. Die Art der Verpackung ist immer auch eine Kostenfrage. Doch wir haben auch regelmäßig mit Fahrzeugen zu tun, bei denen die Verpackung nicht nur für einen Schutz der Ware sondern auch unter Geheimhaltungsgesichtspunkten absolut unerlässlich ist“, erklärt Zhipeng Liu.

Vor allem bei Concept Cars oder Prototypen, denn es kommt vor, dass ihr Aussehen streng geheim bleiben muss. „Stehen die Fahrzeuge kurz vor ihrer Präsentation, soll sie niemand vorab zu Gesicht bekommen“, nennt Zhipeng Liu den Grund für die Geheimhaltung. „Es müssen dann spezielle Maßnahmen getroffen werden, sogenannte ‚Red Security Maßnahmen‘.“

Besondere Maßnahmen bei besonderen Fahrzeugen

Red Security Maßnahmen greifen bei Fahrzeugen, die unter Geheimhaltung transportiert werden. „In der Regel werden diese Fahrzeuge in geschlossenen Autotransportern zum Flughafen getruckt und bei einem speziellen Verpacker abgeladen“, erklärt Zhipeng Liu die Vorgehensweise. Allerdings: Die speziellen Vehikel werden dort nicht „einfach“ von der Laderampe des Transporters gefahren – das dürfen im Übrigen auch nur vom Hersteller zugelassene Personen – die Halle, in der der Wagen abgeladen wird, muss vor neugierigen Blicken geschützt sein. „Dazu werden Fenster verhangen und der Raum abgesperrt“, so Zhipeng Liu.

Nur der Zoll darf noch einen Blick in die Kiste werfen.

Ist der Raum gesichert, wird der Wagen vom Transporter auf ein Podest gefahren und in seiner Transportbox, meistens ist das eine Holzkiste, verstaut. „Danach erkennt niemand mehr, was sich in dieser Kiste befindet“, erzählt unser Luftfracht-Experte. Und ausschließlich der Zoll darf dann noch ein Auge ins Innere der Kiste werfen. „Dafür befindet sich an einer Seite ein Schlitz in der Box, über den das Fahrzeug identifiziert werden kann, per Blick auf die Fahrgestellnummer beispielsweise.“

Achtung Gefahrgut

Unabhängig vom Fahrzeugtyp haben aber alle Eines gemeinsam: sie gelten grundsätzlich als Gefahrgut (PAX ok). „Die Fahrzeugbatterie und eventuelle Restbestände von Flüssigkeiten wie Benzin oder Motoröl sind hier der ausschlaggebende Punkt“, so Zhipeng Liu. „Auch Kleinstmengen an Substanzen, die als Gefahrgut klassifiziert werden, müssen ausgewiesen werden.“ Die IATA, International Air Transport Association, hat für Gefahrguttransporte ein international geltendes Regelwerk festgelegt: das DGR (Dangerous Goods Regulations). Und darin ist genau festgeschrieben, wie was transportiert werden darf beziehungsweise muss.


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