Stahlverschiffungen – aufs richtige Handling kommt es an

Stahl Stahlverschiffungen – aufs richtige Handling kommt es an

Jörg Kutsch Steel Department Manager

Ob im Container oder als Break Bulk – Stahl und Stahlprodukte können verschiedenartig verschifft werden je nach Größe und Gewicht. Eine übergeordnete Rolle spielt hierbei das Handling der Fracht, denn Stahl ist nicht gleich Stahl.


Empfindlichkeit, Beschaffenheit, Form und Masse sind unter anderem Faktoren, die die Handlingsmethoden vorgeben. Die Spezialisten von Karl Gross haben jahrzehntelange Erfahrung im Bereich Stahlverschiffungen. Sie wissen, worauf es ankommt.

„Die Verschiffung von Stahl und Stahlprodukten ist nicht vergleichbar mit der Verschiffung anderer Warenarten“, sagt Jörg Kutsch, Leiter unserer Stahlabteilung an unserem Standort in Bremen. „Viele Faktoren fallen ins Gewicht, wenn es um die Wahl der optimalen Umschlags- und Handlingsmethoden für die verschiedenen Produkte wie Bleche, Rohre oder Coils geht. Form, Masse, Empfindlichkeit und Beschaffenheit sind Beispiele dafür. Kaltgewalzte Produkte sind bei bestimmten Faktoren weitaus empfindlicher als warmgewalzte, um ein konkretes Beispiel zu nennen. Bei ihnen gilt es zu beachten, dass sie unter keinen Umständen mit Nässe in Kontakt kommen dürfen.“

Alles beginnt bei der Verpackung

Die fachgerechte Verschiffung von Stahl und Stahlprodukten beginnt schon bei der Wahl der Verpackung, sofern vonnöten. Dabei gilt es, etwaige Temperaturschwankungen im Auge zu behalten, denn werden die in die Planung nicht mit einbezogen, kann empfindliche Ware während des Transports beschädigt werden. Stichwort: Rost als Folge von Kondens- oder Seewasser. „Bei der Verschiffung von Produktionschargen, die eigens für einen Kunden hergestellt werden, könnten Schäden an der Lieferung große Folgen nach sich ziehen bis hin zum Produktionsausfall“, verdeutlicht Jörg Kutsch die Bedeutung eines fachgerechten Handlings.

Schwankende Temperaturen müssen bei der Transportplanung berücksichtigt werden, um Schäden zu vermeiden.

Transportvorschriften seitens der Hersteller/Absender

In der Regel gibt es seitens des Herstellers beziehungsweise Absenders genaue Vorschriften, wie seine Waren zu handeln sind, auch im Hinblick auf die Verpackung. Zudem besteht die Möglichkeit, Verschiffungen per Survey, einer Sachverständigenüberwachung, begleiten zu lassen. „Regelmäßig wird dabei die Ware begutachtet und auf Schäden überprüft“, erklärt Jörg Kutsch. „Vor allem Frachtzahler machen davon Gebrauch, schließlich ist es ihre Ware, die heil ans Ziel kommen soll.“ Ein Survey ist nicht bei jeder Verschiffung vonnöten. Ist das aber der Fall, „sprechen wir eine Empfehlung aus und beraten unsere Kunden dahingehend“, so unser Spezialist.

Für den Umschlag von Stahl und Stahlprodukten wird spezielles Equipment benötigt.

Anforderungen beim Umschlag und der Stauung

Wo Stahl und Stahlprodukte verladen beziehungsweise umgeschlagen werden sollen, wird spezielles Equipment benötigt. „Das ist in den Häfen in der Regel auch vorhanden“, so Jörg Kutsch. Traversen für lange Rohre, Kräne mit Magnetfeldern für gecoatete Rohre und C-Haken für Coils sind Beispiele für spezielles Equipment zum Handeln von Stahl und Stahlprodukten.

Allerdings müssen bei der Verladung auf ein Schiff bestimmte Faktoren beachtet werden. „Die Stauplätze auf einem Schiff müssen je nach Empfindlichkeit der Fracht gewählt werden“, erklärt Jörg Kutsch. Nässeempfindliche Sendungen müssen also entsprechend geschützt unter Deck gestaut werden. Hinzu kommt, dass auch bei Stahl und Stahlprodukten nicht jede Sendung stapelbar ist. Sie muss ‚allein‘ gestaut werden, ohne dass weitere Fracht auf ihr gestaut wird.

Gewichtsgrenzen im Empfangsland beachten

Da Stahl und Stahlprodukte in der Regel keine „Fliegengewichte“ sind, müssen bei der Planung des Nachlaufs Gewichtsgrenzen geprüft und berücksichtigt werden – vor allem, wenn es um Nachläufe per LKW geht. „Je nach Land sind unterschiedliche Gewichtsgrenzen für Straßentransporte festgelegt“, erklärt Jörg Kutsch. „Die Limits können sich enorm unterscheiden. Während in Deutschland die Gewichtsbegrenzung für Straßentransporte in der Regel bei 40 t liegt, können sie in anderen Ländern weit darunter liegen. Und natürlich kommt es dabei auch immer auf die Beschaffenheit der Strecke an, die zurückgelegt werden soll oder muss.“ Fakt ist: durch vorausschauende Planung im Empfangsland können zusätzliche Kosten und Lieferverzögerungen vermieden werden. „Müssen Waren umgepackt werden, um die Gewichtsbeschränkungen für den Weitertransport einzuhalten, kostet das Zeit und Geld“, so Jörg Kutsch.

Binnenschiff als Alternative

Eine Alternative bei Vor- bzw. Nachläufen kann, je nach Sitz des Empfängers, ein Transport per Binnenschiff darstellen. „Weite Straßentransporte können so vermieden und Gewichtsbeschränkungen, zumindest teilweise, umgangen werden“, so Jörg Kutsch. „Bei unseren Logistiklösungen für Stahl und Stahlprodukte haben wir alle Optionen im Auge, um am Ende die beste Transportvariante anbieten zu können.“

23. November 2017


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