Ro/Ro: Mit Überlänge auf die Laderampe

Ro/Ro Ro/Ro: Mit Überlänge auf die Laderampe

Nicht RoRo-fähige Ladung RoRo-fähig machen – das klingt nach einem Widerspruch in sich. Allerdings war genau das die Anforderung an die Projektlogistikspezialisten der Karl Gross Gruppe. Sendungsteile mit Überlänge und -breite standen auf der Ladeliste – ein Verlade- und Sicherungskonzept an Bord eines RoRo-Schiffes auf der To-Do-Liste. Umfangreiches Know-how und Out-of-the-box-thinking haben zur Lösung geführt. 

Zeitliche Planbarkeit oberste Priorität

Eine kurze und verlässlich planbare Transitzeit für Waren mit einer Länge von knapp 30 Metern und einer Breite von rund fünf Metern – das waren die Rahmenbedingungen für unsere Projektlogistikspezialisten in Hamburg und Berlin. „Eigentlich ‚klassische Breakbulk Ware‘“, erklärt Gunnar Hänel aus unserem Berlin-Team, „weil die Sendung aber unter Zeitdruck stand, kam ein Breakbulk-Schiff nicht infrage.“ Denn: Im Vergleich zu anderen Verschiffungsvarianten haben Breakbulk-Schiffe häufig längere Transitzeiten. In der Regel verkehren sie auf keinen festen Routen, und Zwischenstopps, um zusätzliche Ladung aufzunehmen, sind nicht auszuschließen.

Der Auftrag kam von einem renommierten Hersteller von Spezialapparaten für die petrochemische Industrie. Von zwei Standorten in Deutschland aus sollten insgesamt mehr als 100 Sendungsteile nach China verschifft werden. „Darunter befanden sich auch knapp 100 Tonnen schwere Anlagenteile mit Längen von bis zu fast 30 Metern und Breiten von bis zu fünf Metern“, fasst Gunnar Hänel zusammen.

Zeitdruck und erschwerte Bedingungen

RoRo-Schiffe haben verlässliche und planbare Transitzeiten, und darauf kam es an.

Die Zeit für die Realisierung dieses Transports war knapp bemessen, die Anforderungen waren dagegen sehr hoch, denn die einzige Möglichkeit, die Waren in-Time zu verschiffen, bestand in einer Verladung auf ein RoRo-Schiff. „Gegenüber dem Breakbulk-Schiff verkehren RoRo-Schiffe im Liniendienst und haben daher verlässliche Abfahrts- und Transitzeiten“, so Christian Koch von unserem Hamburger Projektlogistik-Team.

Allerdings: Die Überlängen und -breiten der Anlagenteile erschwerten die Verladung an Bord. Zudem ließ die Beschaffenheit der Waren eine seemäßige Ladungssicherung im RoRo-Schiff nicht zu. Erfindergeist war gefragt!

Spezialkonzept für Spezialwaren

„Auf Mafi-Trailern haben wir die überlangen und -breiten Sendungsteile an Bord des Schiffes gerollt. Dabei war es notwendig, die Trailer mit speziellen Aufbauten zu unterfüttern, um Stabilität für die Waren beim Be- und Entladen zu schaffen sowie den Kräften entgegenzuwirken, die bei Seetransporten auf die Waren einwirken können“, erklären Gunnar Hänel und Christian Koch.

Um nun auch an Bord des RoRo-Schiffes für entsprechende Sicherheit zu sorgen, haben unsere Projektlogistikspezialisten zusammen mit einem Stauplaner Sicherungskonzepte erstellt. „Es sind verschiedene Lashkonzepte zum Tragen gekommen – angepasst an die unterschiedlichen Eigenschaften der Sendungsteile“, so Christian Koch.

„Komplexe Verladungen wie diese planen wir exakt durch und prüfen verschiedene Varianten auf ihre Machbarkeit. Out-of-the-box-thinking wird dabei groß geschrieben, denn Standardlösungen sind in diesen Fällen keine Option – das macht Projektladung so spannend“, sagen Christian Koch und Gunnar Hänel.


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