Hafenkosten in Chile – ein wichtiger Bestandteil von Kalkulationen

Chile Hafenkosten in Chile – ein wichtiger Bestandteil von Kalkulationen

Henning Kanert General Manager
Jannis Böttcher Business Development Latin America

Die Transportkosten für Containerverschiffungen per Seefracht setzen sich aus einer Vielzahl verschiedener Einzelpositionen zusammen. Dazu zählen auch Kosten, die sich aus länderspezifischen Besonderheiten ergeben – so zum Beispiel in Chile.

Wenn Sie Lieferungen zu DAP- oder DDP-Bedingungen durchführen möchten, sind die Hafenkosten in Chile wichtiger Bestandteil Ihrer Kalkulation.

Die Kosten in den europäischen Häfen unterscheiden sich von denen, die in chilenischen Häfen abgerechnet werden: Für Containerverschiffungen wird in Europa die „THC“ (Terminal Handling Charge) berechnet. Diese beinhaltet das Laden/Löschen und die Bewegung des Containers im Hafen.
In den chilenischen Häfen wird die „DTHC“ (Destination Terminal Handling Charge) – auch „Porteo“ genannt – für Löschen/Laden berechnet und zusätzlich eine „Gate-in“- (Import) oder „Gate-out“- (Export) Gebühr fällig – für die Leer-Abnahme (Export) und Leer-Rückgabe (Import) im Hafen. Außerdem fallen z.T. je nach Hafen und/oder Reederei weitere Gebühren (z.B. ISPS) an.

Platz ist Geld – Lagerkosten im Zielhafen

Auch Lagerkosten im Zielhafen sind in Chile ein Thema. Werden Container nicht sofort nach Ankunft im Hafen abgeholt, wird Lagergeld fällig – direkt am ersten Tag. Das kann auf dem Hafengelände teuer werden, da die Lagerflächen direkt am Terminal in der Regel sehr begrenzt sind. Aber es gibt in bestimmten Häfen Alternativen: sogenannte „Almacenes Extraportuarios“.

Alternative zur Zwischenlagerung am Terminal

Almacenes Extraportuarios sind eine vergleichsweise günstige Alternative zur Lagerung am Terminal.

„An den wichtigsten chilenischen Containerhäfen, Valparaiso und San Antonio, gibt es außerhalb des Hafengeländes Almacenes Extraportuarios. Das sind Zolllager, für die ein privater Betreiber verantwortlich zeichnet. Almacenes Extraportuarios sind eine vergleichsweise günstige Alternative zur Lagerung am Terminal“, erzählt Henning Kanert, General Manager von Karl Gross in Santiago de Chile. „In Valparaíso beispielsweise ist ein solches Zolllager direkt über einen Tunnel mit dem Hafenareal verbunden. Muss ein Container vom Hafengelände abgeholt werden, setzt sich das jeweilige Terminal mit dem Lager in Verbindung, das dann die Umfuhr organisiert.“

Ausnahmen bestätigen die Regel

Allerdings: Ein Zolllager rechnet sich in den meisten Fällen erst, wenn eine Sendung mehrere Tage zwischengelagert werden muss. „Bei ein bis zwei Tagen kann es günstiger sein, die Sendung am Terminal zu lassen, denn auch für die Umfuhr werden Gebühren fällig“, erklärt Henning Kanert. Bei Lagerkosten im Zolllager sieht das hingegen anders aus: „Die können anfallen, in der Regel gibt es aber eine lagergeldfreie Zeit.“

Besonderheiten bei den Reedereikosten

Eine Besonderheit auf dem Fahrtgebiet Chile ist die „Comodato“. Die „Comodato“ ist eine Gebrauchsgebühr für die Nutzung des Containers, mit der die Reedereien das Risiko von Containerverunreinigungen oder -beschädigungen separat absichern. Sie wird also in aller Regel fällig – auch ohne, dass tatsächlich Verunreinigungen oder Beschädigungen am Container durch die konkrete Verschiffung entstanden sind. Ein Aussetzen dieser Gebühr muss im Einzelfall geprüft und verhandelt werden.

22. November 2017


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