Drei Transportarten, ein Ziel: gemeinsame Einfuhr

Projektlogistik Drei Transportarten, ein Ziel: gemeinsame Einfuhr

Karl Gross ist Spezialist für Projektlogistik – und für China-Verkehre. Susanne Kreuziger, Route Manager China, gibt Einblicke in das tägliche Doing beim Export von industriellen Großanlagen nach China.

Industrielle Großanlagen bestehen oft aus ganz unterschiedlichen Sendungsbestandteilen. Von enorm großen oder schweren Komponenten, über solche mit sensibler Technik bis hin zu Kleinstbestandteilen, die zum Beispiel für die Montage vor Ort benötigt werden. Damit einher gehen vielfach ganz unterschiedliche Transportanforderungen, denen es in der Organisation und Umsetzung der Verschiffung Rechnung zu tragen gilt. 

 

 

Das Transportkonzept muss die Anforderungen der Bestandteile einer Sendung ebenso wie die 'ready for shipping' Sequenzen der Fertigung berücksichtigen.

Gleichzeitig ist der zeitliche Faktor wichtig. Es kommt nicht selten vor, dass die einzelnen Komponenten einer Großanlage in einem mehrstufigen Fertigungsprozess entstehen. „In Sachen Logistik bedeutet das, dass wir ein Transportkonzept entwerfen und umsetzen müssen, das die Transportanforderungen der unterschiedlichen Sendungsbestandteile ebenso berücksichtigt, wie die 'ready for shipping' Sequenzen der Fertigung – immer mit dem Fokus auf das einzuhaltende Lieferdatum auf der Baustelle oder in der Fabrik des Empfängers.“

Dazu kommen zuweilen noch Vorgaben, die sich aus den Verträgen zwischen Ablader und Empfänger ergeben. „Manchmal ist schon vorgegeben, welche Transportmittel wir nutzen müssen, z.B. wenn im Rahmen des Verkaufs einer Anlage ein Transport bestimmter Warenbestandteile oder einer Teilmenge der Gesamtlieferung per Luftfracht zwischen Verkäufer und Käufer vertraglich festgelegt wurde.“ Besonderheiten bei den Abläufen gilt es regelmäßig auch im Hinblick auf die Importzollabfertigung mit einzubeziehen. „Bei der Einfuhr nach China können unsere Kunden und deren Kunden mitunter von Zollvergünstigungen profitieren – Stichwort: Null-Lizenz.“

Stichwort: Null-Lizenz

Eine Null-Lizenz ermöglicht die zollfreie Einfuhr beispielsweise von industriellen Anlagen nach China. Um die Chance auf diese Vergünstigung zu haben, muss die Null-Lizenz von dem Importeur beantragt werden – und das weit vor der eigentlichen Verschiffung der Ware. Innerhalb des Transportprozesses erfordert eine solche Lizenz dann spezielle Planung.

„Bei Verschiffungen, denen einfuhrzolltechnisch eine Null-Lizenz zu Grunde gelegt werden soll, gilt es, Besonderes zu beachten. Denn bei der Einfuhr der Waren nach China müssen die Bedingungen für die Inanspruchnahme einer Null-Lizenz erfüllt sein. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass alle Sendungsbestandteile auf einem Manifest zur elektronischen Übermittlung an den Zoll in China ankommen müssen.“ 

Diesen Anforderungen tragen die Karl Gross Projektlogistik Spezialisten zum Beispiel Rechnung, indem sie Transportlösungen Break Bulk auf Containerschiffen realisieren und so regelmäßig auch Sendungsbestandteile mit deutlichen Übermaßen im Container-Linienverkehr verladen.

„Allerdings haben wir gerade im Projektbereich häufig Sendungen, die aus mehreren Teilverschiffungen bestehen und bei denen wir – auch unter Kosten- und Zeitgesichtspunkten – unterschiedliche Transportarten nutzen. Da kommt es schon mal vor, dass wir für die Lieferung einer Großanlage Break Bulk Schiff, Containerschiff und Flugzeug kombinieren. Soll für eine solche Sendung eine Null-Lizenz in Anspruch genommen werden, wird es spannend.“

 

 

Bei der Einfuhr nach China können unsere Kunden und deren Kunden mitunter profitieren.

Enge Abstimmung und gute Kommunikation

„Unlängst haben wir beispielsweise eine Großanlage für die Automobilindustrie von Deutschland nach China verschifft. Die Sendung bestand aus mehreren Teilverschiffungen per Break Bulk und Containerschiff. Außerdem wurde eine Teilpartie per Luftfracht verladen“, erzählt Susanne Kreuziger. „Neben der Organisation und Umsetzung der Transporte war es auch an uns, eine logistische Lösung zu erarbeiten, die die Anforderungen zur Inanspruchnahme einer Null-Lizenz erfüllt.“

„Insgesamt ist eine enge Abstimmung und gute Kommunikation mit allen Beteiligten für Projektverladungen immer wichtig – und ganz besonders je komplizierter sie werden. Sie tragen entscheidend dazu bei, Projekte wirklich erfolgreich zu realisieren – auch unter Kostenaspekten.“

28. September 2017