Door-to-Door Projektlogistik für Brauereiequipment

Projektlogistik Door-to-Door Projektlogistik für Brauereiequipment in Angola

Roger Zheng General Manager
Igor Bartuli Project Coordinator

Hoch, lang, breit – und gerne auch kompliziert! Door-to-Door Projektlogistik für Greenfield-Brauerei-Projekt in Angola

Als Spezialist im Bereich internationaler Projektlogistik betreut Karl Gross den weltweit führenden Hersteller von Prozess- und Abfülltechnik für die Brauindustrie und ist Ansprechpartner, wenn Transporte der Marke „hoch, lang, breit und kompliziert“ anstehen.

So auch bei einem Großprojekt in Angola: Die Karl Gross Spezialisten organisierten und koordinierten die Door-to-Door Lieferung von mehreren tausend Tonnen Brauereiequipment, hergestellt in Deutschland, Spanien und China, bis zur Baustelle einer neu entstehenden Brauerei im Hinterland von Luanda.

Der Umfang des Projektes belief sich auf mehr als 51 Teillieferungen per See- und Luftfracht ex Deutschland, Spanien und China. Es galt, 122 Packstücke mit Übermaßen – darunter allein 30 Tanks mit Längen von bis zu 19,5 m und Stückgewichten von bis zu 29,5 t ab China – zu verladen. Dazu kamen 318 Container – Reedereicontainer, Shipper’s Own Container und Special Equipment – sowie diverse Luftfracht-Partien.

Igor Bartuli, Project Coordinator in unserer Hamburger Niederlassung, weiß: „Bei der Planung solch umfangreicher Projekte kommt es auf jede Kleinigkeit an. Da reicht es beispielsweise in der Planung des Nachlaufs nicht aus, den Streckenplänen der Straßen und Wege im Empfangsland zu vertrauen – wir machen uns schon in der Planungsphase selbst ein Bild und checken die Gegebenheiten vor Ort.“ Doch schon bevor die Fracht ihren Weg auf angolanischem Boden antreten konnte, hielt das Projekt einige Herausforderungen für das Karl Gross Projektlogistik Team in Hamburg und Shanghai bereit.

Kurze Planungszeit – straffer Zeitplan – besondere Anforderungen

Zeit ist bei Großprojekten oft ein kritischer Faktor. So auch bei diesem Projekt. Für diverse Lieferungen ab China galt es für unsere chinesischen Spezialisten erstens binnen kurzer Zeit ein passendes Break Bulk Schiff teil zu chartern. „Der Hersteller der Tanks hat uns ein werksnahes Ladeterminal vorgegeben, das Carrier nur ungerne anfahren“, so Roger Zheng, General Manager unserer chinesischen Tochtergesellschaft Karl Gross Logistics (Shanghai) Co., Ltd.. „Nach intensiven Gesprächen mit dem Carrier und einer gemeinsamen Planung der Ladevorgänge, sind wir schließlich ‚auf einen Nenner gekommen‘ und der Carrier hat sich bereit erklärt, die Ladung an dem Terminal aufzunehmen. Der Ladevorgang dauerte aufgrund der exakten Planung und Koordination lediglich sechs Stunden." Roger Zheng und George Yan, Sales Manager bei Karl Gross Logistics (Shanghai) Co., Ltd., waren vor Ort und haben die Ladung überwacht.

 

 

Die genaue Planung der Verladung hat den Ladevorgang beschleunigt.

Zweitens war eine kurze Transitzeit notwendig. „Wir konnten den Carrier davon überzeugen, das Terminal als last port of call anzufahren, sodass die Tanks direkt nach Luanda verschifft werden konnten (Charterterm: last in first out) und die Transitzeit so kurz wie möglich gehalten wurde“, so Roger Zheng.

Drittens musste in der Planung berücksichtigt werden, dass in Angola um Neujahr Ferienzeit ist und die Terminals dann weitestgehend außer Betrieb sind. „Um die Liefertermine an der Baustelle halten zu können, haben wir die Verschiffung so koordiniert, dass die Fracht unmittelbar nach Ende der Ferien in Luanda ankommt“, skizziert Roger Zheng einen weiteren wichtigen Faktor in der Verschiffungsplanung.

Parallel kümmerte sich das Karl Gross Projekt Team in Hamburg um die Verschiffung der Fracht ex Deutschland und Spanien. „Hier haben wir uns den Hauptlauf betreffend für die Verladung der Break Bulk Packstücke mit Ro/Ro Schiffen entschieden. Vorteile dieser Seefracht-Variante waren hohe Abfahrtsdichten und kurze Laufzeiten im Linienverkehr“, sagt Igor Bartuli vom Hamburger Karl Gross Projekt Team.

Persönliche Begleitung für übergroße Fracht

„In der Projektlogistik ist der Nachlauf oft ein spezielles Thema – insbesondere, wenn wir über Länder sprechen, deren Infrastruktur noch nicht so weit entwickelt ist, wie zum Beispiel in Angola“, sagt Igor Bartuli. Nachdem die übergroßen Tanks aus China im Hafen von Luanda eingetroffen waren, übernahm Igor Bartuli die Koordination und Überwachung des Nachlaufs der Riesen, die per LKW zur Baustelle transportiert werden mussten.

 

 

Bei einem Vorab-Besuch wurden neuralgische Punkte, an denen es beim Nachlauf  zu Problemen kommen konnte, ermittelt.

Im Vorfeld hatte er sich bereits live ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort gemacht. „Durch meinen Vorab-Besuch wusste ich, wo die neuralgischen Punkte sind, an denen es zu Problemen kommen konnte und konnte frühzeitig mit unserem lokalen Partner Lösungen erarbeiten. Dafür haben wir alle beteiligten Parteien zu einem Kick-off Meeting an einen Tisch geholt. Unter anderem galt es, die Importzollabfertigung in Angola zu besprechen.“

Und auch die Festlegung der Streckenführung für den Nachlauf war Thema. „Die Infrastruktur vor Ort war in der Nachlaufplanung eine echte Herausforderung. Die Straßen sind teilweise in katastrophalen Zuständen, auch um das Terminal herum. Für den Abtransport der übergroßen Tanks vom Hafengelände haben wir deshalb mit den örtlichen Terminalbetreibern und der zuständigen Port Authority eine Sonderregelung getroffen: alle Terminals zwischen dem, an dem unser Part-Charter Schiff angelandet ist, und der Hafenausfahrt wurden für eine Durchfahrt der Tanks in Kolonne stillgelegt. Um Mitternacht konnte der Konvoi starten.“

Schwertransport durch die Innenstadt Luandas

Um den Bestimmungort zu erreichen, musste der Konvoi durch Teile der Stadt Luanda. „Ein Schwertransportkonvoi im Morgengrauen bei angolanischem Verkehr und Massen von Fußgängern, da ging es natürlich nur stop-and-go voran“, so Igor Bartuli. Immer wieder mussten zudem tief hängende Stromleitungen angehoben oder entfernt werden. „Die Polizei, der lokale Stromanbieter und ein Telekommunikations-Team haben den Schwerlasttransport begleitet, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.“

Besonders kniffelig wurde es an einer Fußgängerbrücke. Die hatte sich bereits bei der Planung des Nachlaufs als nicht passierbar herausgestellt. „Die Tanks waren zu hoch, um unter der Brücke passieren zu können. Deshalb hatten wir in den Planungen festgelegt, mit dem kompletten Konvoi die Straße zu verlassen und in enger Abstimmung mit der Polizei das Hindernis auf einem Fußgängerweg zu umfahren“, schildert Igor Bartuli eine weitere Situation vor Ort.

„Obwohl unser Konvoi mit seiner empfindlichen Ladung, weil dünnwandig und voluminös, die komplette Breite der Straße einnahm, versuchten entgegenkommende LKW immer wieder uns zu passieren. Um solche Herausforderungen zu meistern, ist es unerlässlich zu wissen, welcher Trucker vor Ort überhaupt über das Equipment und das Know-how verfügt, einen solchen Transport professionell durchführen zu können“, sagt Igor Bartuli. Nach 17 Stunden auf der Straße war die Baustelle erreicht.

„Alle Beteiligten haben eine hohe Performance gezeigt“, lobt Igor Bartuli den Verlauf des Großprojektes. „Durch die ständige Kommunikation mit meinen Kollegen in Hamburg und Shanghai, haben wir einen lückenlosen Informationsfluss zu unserem Kunden sichergestellt. Alle Beteiligten, ob in Deutschland, Spanien, China oder Angola waren stets up-to-date.“

12. Dezember 2017