Demurrage und Detention – was verbirgt sich hinter den Begriffen?

Seefracht Demurrage und Detention – was verbirgt sich hinter den Begriffen?

Bernd Kai Nietert Head of Sales & Business Development

Verzögerungen bei Frachttransporten per Seefracht sind unschön, trotz sorgfältiger Planung aber nicht immer vermeidbar. Dabei fallen in aller Regel zusätzliche Kosten an. Demurrage und Detention sind in dem Zusammenhang zwei Stichwörter. Bernd Kai Nietert, Seefrachtspezialist bei Karl Gross erläutert, was sich dahinter verbirgt.

Verspätungen bei Frachttransporten können unterschiedliche Ursachen haben. „Ein klassisches Beispiel sind etwa Verzögerungen bei der Verzollung im Empfangsland“, weiß Bernd Kai Nietert. Solche Verzögerungen ziehen in der Regel zusätzliche Kosten nach sich, die vorab oft nicht en Detail kalkulierbar sind. Demurrage (auch Liegegeld) und Detention sind in dem Zusammenhang zwei Stichwörter. „Bei beiden handelt es sich um Aufschläge, die zum einen bei Abholverzögerungen im Hafen und zum anderen bei Verzögerungen im Nachlauf entstehen können.“

Demurrage

„Das Liegegeld ist eine Gebühr, die entsteht, wenn  ein Container von Bord eines Schiffes gelöscht wurde aber nicht innerhalb einer erlaubten Frist aus dem Hafen- beziehungsweise Terminalbereich abgeholt wurde“, erklärt Bernd Kai Nietert. „Die Fristen, sogenannte demurragefreie Zeiten, können je nach Empfangsland ganz unterschiedlich ausfallen, liegen in der Regel aber zwischen drei und fünf Tagen.“ Nach Ablauf dieser Zeit wird dann pro Container und Tag eine Gebühr erhoben.

Wir bereiten frühzeitig das Beantragen etwaig notwendiger Genehmigungen vor, um den Prozesse der Import-zollabwicklung bestmöglich zu optimieren.

So unterschiedlich die Fristen, so unterschiedlich sind auch die länderspezifischen Zollanforderungen. Als erfahrener Seefrachtspediteur sind wir mit den Bedingungen in den internationalen Seehäfen vertraut und wissen auch um die unterschiedlichen länderspezifischen Zollanforderungen, die Importe mit sich bringen können. „Weil wir wissen, welche Warenarten spezielle Genehmigungen benötigen, kümmern wir uns frühzeitig um diese, um die Prozesse bei der Zollabfertigung zu optimieren“, sagt Bernd Kai Nietert. 

Allerdings: Eine Demurrage Gebühr fällt nicht nur an, wenn ein Container zu spät vom Hafen-/Terminalgelände abgeholt wird, sondern kann auch erhoben werden, wenn im Rahmen der Export Abfertigung ein Container zu früh angeliefert wird.

Neben der Demurrage fällt meistens auch noch lokales Lagergeld, sogenannte Storage Charges, an, das vom Terminal erhoben wird, da die „Demurrage“ nur die Kosten des Reeders über die Container-Mietgebühr beschreibt.

Detention

Ist ein Container von Bord eines Schiffes gelöscht, fängt auch die detentionfreie Zeit an zu Laufen. „Das ist die Zeit, die bleibt, um einen Container wieder in den Bestand der jeweiligen Reederei zurück zu geben. Je nach Empfangsland sollte hierfür genügend Zeit eingeplant werden, denn wie lange ein Nachlauf dauert, hängt von verschiedenen Faktoren ab“, so unser Seefrachtexperte.

So gibt es beispielsweise nicht in jedem Land Container-Leerdepots im Hinterland – Ägypten ist in diesem Fall ein Beispiel dafür – sodass Container nach der Entladung beim Empfänger wieder zum Hafen zurück gefahren werden müssen. „Liegen zwischen Hafen und Empfänger hunderte Kilometer, sollte dementsprechend Zeit eingeplant werden“, sagt Bernd Kai Nietert. Ein weiterer Faktor für die Dauer eines Nachlaufs ist auch immer die jeweilige Infrastruktur eines Landes: zentrale Fragen sind also hierbei, wie die Verbindung zwischen Hafen und Hinterland ist, und ob aufgrund bestimmter Straßenverhältnisse Umwege eingeplant werden müssen.

 

 

Die Infrastruktur ist ein wichtiger Faktor beim Thema Nachlaufdauer.

Die Spezialisten von Karl Gross unterstützen Sie gerne bei Ihren Seefrachttransporten und stehen beratend zur Seite.


Verwandte Artikel